Landesklasse-Torjäger zieht es in die Kreisliga Süd
- Artikel vom:
- 10.07.2011
- Quelle:
- mz-web.de
- Kategorie:
- Spielberichte
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Freckleben zieht sich zurück
Da der Wunsch, in der Süd-Staffel zu spielen, größer war als Plätze frei sind, mussten Neugattersleben und Güsten abwechselnd jede Saison die Staffel wechseln. So wäre es im kommenden Spieljahr erneut gekommen. Doch im letzten Moment meldete der SV Freckleben seinen Rückzug aus dem Spielbetrieb und so wurde ein Platz in der Staffel Süd frei. "Am 30. Juni erhielt ich einen Schwung Abmeldungen, die uns für das neue Spieljahr keine spielfähige Mannschaft mehr ermöglichen", teilte der Freckleber Abteilungsleiter Michael Flaake dem Kreisvorstand mit und bat um Verständnis für diesen ungewöhnlichen Schritt. Der 30. Juni war der letzte Abmeldetag im Kreisfachverband. "Ich bin sauer und überlege, überhaupt noch weiter zu machen", ist Flaake deutlich die sportliche und menschliche Enttäuschung anzumerken. Der SV Freckleben schloss sein zweites Kreisligajahr als Zwölfter ab.
Durch diesen Umstand kann sich der ESV Lok Güsten freuen, die Staffel nicht wechseln zu müssen. Güsten und Neugattersleben streben wegen der Fahrtwege sowie den Altkreisderbys immer die Einstufung in der Süd-Staffel an, wegen ihrer territorialen "Grenzlage" musste aber bisher immer eine Mannschaft in die Nord-Staffel. Diese spielt im kommenden Jahr nun mit nur 13 Mannschaften, während die Süd-Staffel wie gewohnt mit 14 spielt.
Neun aus dem Altkreis Bernburg
Mit Aufsteiger TSV Preußlitz, SV Eintracht Peißen, Sportfreunde Cörmigk, SV Einheit Bernburg, SG Neuborna, ESV Lok Güsten, SV Plötzkau, VfB Neugattersleben und SV Blau-Weiß Könnern kommen neun der 14 Mannschaften aus dem Altkreis Bernburg. Der Froser SV Anhalt, SV Saxonia Gatersleben, SV Lok Aschersleben II, der SV Grün-Weiß Giersleben und Salzlandliga-Absteiger SV Concordia Nachterstedt kommen aus der Altkreisregion Aschersleben.
Der Froser SV Anhalt lieferte sich im abgelaufenem Spieljahr lange einen Zweikampf mit dem SV Jahn Gerbitz. 19 Mal führte der spätere Aufsteiger die Tabelle (1.- bis 13. und ab 21. Spieltag) an. Siebenmal war Frose der Staffelprimus. Dabei führte Frose nach 18 und 19 Spieltagen die Tabelle trotz der ersten Saisonniederlage in Gerbitz (17. ST) bereits mit vier Zählern Vorsprung an und sah eigentlich wie der zukünftige Salzlandligist
aus. Doch ein sportlicher Einbruch mit drei Niederlagen in Folge und einer weiteren in Giersleben kostete Platz eins und den Aufstieg. Gerbitz machte in dieser Phase gegenüber Frose neun Zähler gut.
Im kommenden Spieljahr ist sicherlich mit dem Vizemeister erneut zu rechnen. Aus Winningen kommt nach nur einer Saison Iven von der Heyden zurück. Er traf achtmal in der Salzlandliga. Da die Froser alle Spieler halten konnten, ist mit dem Ex-Salzlandligisten ein Aufstiegsfavorit gegeben.
Nur schwer in die Saison 2010 / 2011 gestartet ist Salzlandliga-Absteiger SV Einheit Bernburg. Eine Halbzeit lang brauchten die Bernburger sogar, um als eigentlicher Aufstiegsmitfavorit aus der unteren Tabellenhälfte zu klettern. In der Rückrunde mauserte sich dann der SV Einheit zur stärksten Mannschaft mit nur einer Niederlage. Am Ende reichte es aber nur zum fünften Platz hinter Peißen und Cörmigk. Durch die Neuzugänge des zweitbesten Torschützen der Landesklasse-Staffel 3, Christoph Vatthauer (21 Tore, Askania Bernburg II) sowie Alexander Rettinger (SG Neuborna) haben sich die Lehmann-Schützlinge weiter für die bevorstehende Saison verstärkt und können mit diesem Kader wieder den Angriff in Richtung Salzlandliga wagen. Dabei müssen sie auf die Dienste von Matthias Wiedensee verzichten, der erst zur Winterpause von Askania zu Einheit wechselte und sich jetzt dem Bernburger FC angeschlossen hat.
Torgaranten Pelka und Bergmann
Einen hochkarätigen Neuzugang kann auch der Tabellendritte Sportfreunde Cörmigk vermelden. 15 Tore erzielte Patrick Pelka in der Landesklasse für den SV 08 Baalberge. Nun will er den SFC zusammen mit dem Liga-Torschützenkönig der abgelaufenen Saison, Patrick Bergmann (30 Tore), in die Salzlandliga schießen. Dieses Ziel strebt Cörmigk schon seit seinem Aufstieg im Jahr 2008 an. Doch mit Platz zwei 2008 / 2009 und Platz fünf im folgenden Jahr verpasste man als Vierter das Ziel. Man war über die gesamte Saison immer in Lauerstellung, aber nie zur Stelle, wenn die Favoriten patzten. Zum Saisonende gelangen in sieben Spielen nur noch zwei Siege bei fünf Niederlagen.
Neben Pelka hat man sich noch vom VfB Gröbzig die Dienste von Abwehrspieler Marcel Bergmann gesichert. Mit einem wieder genesenen Marvin Vatthauer (zehn Tore) hat Cörmigk wohl einen der stärksten Kader der letzten Jahrzehnte. Den Verein in Richtung Gröbzig haben unter anderem Christopher Ahrendt und Dirk Renneberg sowie Nino Kienberg nach Alsleben verlassen.
Zwei ausgeglichene Serien auf jeweils Platz vier mit 25 und 23 Punkten legte Eintracht Peißen hin. Mit unverändertem Kader, zumindest was Abgänge betrifft, wird man die neue Saison angehen. Mit einer Antwort auf die Frage nach den Zugängen hielt man sich gegenüber der MZ noch bedeckt. "Das entscheidet sich erst in den nächsten Tagen", so Abteilungsleiter Karsten Steinke.
Ein nicht zu unterschätzender Konkurrent im Aufstiegskampf dürfte die Aschersleber Lok-Reserve werden. Im letzten Spieljahr oft mit Besetzungsproblemen, dürfte die Köhler-Elf von der Auflösung des 1. FC Aschersleben profitieren und mit Verstärkung rechnen können.
Aus einer schwierigen Saison hat der SV Blau-Weiß Könnern die Lehren gezogen. Nur wegen des Abstiegs des 1. FSV Nienburg in die Salzlandliga ist man als Vorletzter dem eigenen Abstieg entronnen. Nun haben sich die Blau-Weißen mit gleich acht Neuzugängen verstärkt. Drei Neue kommen allein vom Absteiger TuS Bebitz, mit dem man sich lange ein Duell um die rote Laterne lieferte. Hatte Bebitz den besseren Saisonstart, überholte Könnern den Neuling in der zweiten Serie noch und sicherte sich so den Klassenerhalt. Für Bebitz blieb es bei einer Kreisliga-Saison. Aufgefallen ist, dass Bebitz oft zeitig in Führung ging, am Ende aber hoch verlor. Mit dem schwächsten Angriff und der löchrigsten Abwehr war kein Klassenerhalt möglich, auch wenn man vom Sportgericht jetzt noch das verlorene Heimspiel gegen Freckleben auf dem grünen Tisch als 3:0-Sieg gutgeschrieben bekam.
Trainerposten ist vakant
Einen leichten Abwärtstrend vollzieht die SG Neuborna nach den Saisonplätzen vier, sieben und zuletzt acht. Dabei lief die Saison recht verheißungsvoll an. Siebenmal stand man auf Platz vier, nur sechs Zähler hinter Platz eins. Den Weggang des Kapitäns und Liberos Patrick Grey versucht man mit den Neuzugängen Denny Müller (Askania II) und Marco Tengel (Gröna / Tor) zu kompensieren. Die größte Baustelle ist aber der Trainerposten, wo Michael Hegenbart krankheitsbedingt länger ausfällt und ein Ersatz derzeit noch gesucht wird.
Nur einen Platz hinter Neuborna kam der ESV Lok Güsten ein. Nach schwachem Beginn hat man sich zumindest im gesicherten Mittelfeld etabliert. Zu mehr reichte es in der abgelaufenen Saison jedoch nicht. Mit Dirk Herrmann (SV Rathmannsdorf) und Martin Schuhmann (SV Plötzkau) haben zwei Spieler den ESV verlassen. Über Neuzugänge wusste Hartmut Kurde noch nichts zu berichten.
Plötzkau angelt sich Torjäger
Vom Potenzial her sollte der SV Plötzkau eigentlich mehr bieten können als nur gegen den Abstieg zu spielen. Vor allem wenn man die Zugänge in dieser Saison betrachtet. Vom Landesliga-Neuling Alsleben kommt Philipp Röder, der elfmal für Alsleben in der Landesklasse traf. Aus Schackstedt die Rebel-Brüder Thomas und Alexander sowie aus Güsten Martin Schuhmann. Da wird es schwer für Neuling Giersleben, sich noch einmal vor Plötzkau zu platzieren.